Förderkonzept - Gemeinschaftsschule Kronshagen

Förderkonzept

In der Gemeinschaftsschule Kronshagen lernen Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Begabungen und Lernvoraussetzungen in heterogenen Lerngruppen zusammen. Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Ziel ist es, allen ein längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen. Ein flexibles begabungs- und leistungsorientiertes Unterrichtsangebot in allen Jahrgangsstufen soll leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler fordern, aber auch leistungsschwache fördern, um so den jeweils bestmöglichen Schulabschluss zu ermöglichen. Inklusionsmaßnahmen sind Bestandteil des Förderkonzeptes und werden durch die Kooperation mit dem Förderzentrum der Helene-Dieckmann-Schule in Altenholz gewährleistet ( Kooperationsvereinbarung vom 28.11.2014 ). Kolleginnen und Kollegen des Förderzentrums begleiten im Rahmen inklusiver Maßnahmen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichem Förderbedarf und unterstützen die Teams der Lehrkräfte sowie die Eltern.

Ergänzend zum gemeinsamen Unterricht sollen durch begleitende und unterstützende Maßnahmen Defizite aufgefangen, Erfolge ermöglicht und Probleme konstruktiv gelöst werden. Die Zuordnung zu den einzelnen Kursen erfolgt über Lernstandserhebungen durch die jeweiligen Fachlehrkräfte und ist abhängig von vorhandenen Ressourcen. Bei lernschwächeren Schülerinnen und Schülern steht im besonderen Maße eine Wiederholung, Vertiefung und kleinschrittige Vorgehensweise im Vordergrund, um eine positive Lernhaltung zu schaffen und mögliche Misserfolge zu minimieren.

Dies setzt voraus, dass die Lernenden über die nötige Selbsteinschätzungs-kompetenz verfügen und mit Lernmethoden vertraut sind, die es ihnen ermöglichen, Lerninhalte selbständig zu erschließen bzw. zu erkennen, wann sie auf Hilfe zurückgreifen müssen. Das hierfür entwickelte aktuelle Methodencurriculum wird sowohl in Klassen- als auch in Jahrgangsteams angewendet.

Der Aufbau von Helfer- und Expertensystemen hilft leistungsstärkeren Schülerinnen und Schülern Wissen zu vertiefen, anzuwenden und weiterzugeben. Das Lernen geschieht unter anderem durch unterschiedliche Lern- und Übungsmaterialien, durch zusätzliche herausfordernde Arbeits-aufträge und Lernangebote, durch individuelle Hilfe und Beratung und durch motivierende Lernbegleitung. Offene Arbeitsaufträge im Fachunterricht und fächerübergreifende selbständige Arbeit in langfristigen Projekten, freie Aufträge bei der Wochenplanarbeit oder eigenständige Mediennutzung verstärken persönliches Interesse sowie Neugier und verhelfen den Kindern und Jugendlichen dazu, eigenständig und eigenverantwortlich zu lernen und zu arbeiten. Das Lernen wird also als wichtige und nachhaltige Kompetenz weiter entwickelt.

Weitere Angebote und Maßnahmen der Gemeinschaftsschule Kronshagen:

Fordern:

  • Intensivierungsstunden – Kooperation mit dem Gymnasium Kronshagen
  • Grund - und Aufbaukurse ab dem 7. Jahrgang
  • Inklusionslehrkräfte im Unterricht
  • Französisch - Schnupperkurs im 6. Jahrgang
  • Wahlpflichtunterricht
  • Methodentraining
  • Ausbildung zum Schulsanitäter
  • Ausbildung zum Streitschlichter

Fördern:

  • Lernpläne für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf
  • Bereitstellung von verschiedenen Lern- und Übungsmaterialien differenziert nach Lerntempo und Fähigkeit des Kindes
  • LRS-Förderung
  • Doppelbesetzung in Integrationsklassen
  • DaZ-Unterricht im eigenen DaZ-Zentrum und Teilintegration in den Regelklassen
  • Klassenratstunde
  • Lesestunde
  • Niemanden zurücklassen : Mathe macht stark – Lesen macht stark
  • Hilfsangebote der Offenen Ganztagsschule (Hausaufgabenbetreuung und Hausaufgabenhilfe)
  • Enge Zusammenarbeit bei der Planung und Durchführung des Unterrichts mit den Lehrkräften des Förderzentrums
  • Inklusionslehrkräfte
  • Berufseinstiegsbegleiter
  • Berufspaten
  • Schulsozialarbeiter
  • Schulbegleitung - extern

Unterricht in den Jahrgangstufen 5 und 6

Im 5. und 6. Jahrgang findet binnendifferenzierender gemeinsamer Unterricht im Klassenverband in allen Fächern statt. Das Lernen in diesen Jahrgangstufen hat das Ziel individualisierte und selbstgesteuerte Formen zu fördern. Offene Unterrichtsformen, wie z.B. Wochenplanarbeit, Lernen an Stationen, Lerntheke, projektorientierter Unterricht und fächerübergreifende Freiarbeit, begleiten die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Selbständigkeit und Eigen-verantwortung. Selbstgesteuertes Lernen, soziales Lernen und gezieltes Methodentraining sind daher fester Bestandteil des Unterrichts in diesen Jahrgangstufen. Mit einem gezielten Methodentraining ab Jahrgangstufe 5 wollen wir die Lernenden befähigen, das eigene Lernverhalten zu reflektieren und zu organisieren. Da gemeinsames Lernen auch soziales Lernen bedeutet, ist im Stundenplan eine Klassenratstunde fest verankert. Ergänzend gibt es in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern ein soziales Training für alle Schülerinnen und Schüler.

Um eine sinnvolle und fundierte Entscheidung für eine zweite Fremdsprache im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts ab Jahrgangstufe 7 zu erleichtern, wird in Klassenstufe 6 ein Schnupperkurs im Fach Französisch für alle Kinder verbindlich erteilt.

Unterricht in den Jahrgangstufen 7 und 8

Ab Jahrgangstufe 7 lernen die Schülerinnen und Schüler weiter gemeinsam in ihrem Klassenverband. Das Prinzip des gemeinsamen Lernens bleibt grundsätzliches Unterrichtsprinzip, wird jedoch um Formen der äußeren Differenzierung ergänzt. Hierzu werden in den Fächern Englisch und Mathematik klassenübergreifende Kurse auf unterschiedlichen Anspruchsebenen eingerichtet (Grund -und Aufbaukurs).

 Ziel ist es, gleichermaßen leistungsschwächere wie leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler gezielt und umfassend ihren individuellen Voraussetzungen entsprechend zu fördern sowie angemessen zu fordern. Im Aufbaukurs werden die mittlere und die gymnasiale Anspruchsebene binnendifferenzierend unterrichtet. Um die Durchlässigkeit der Kurse zu gewährleisten, wird die Zuordnung der Schülerinnen und Schüler zu jedem Zeugnistermin überprüft. In den übrigen Fächern findet der Unterricht in binnendifferenzierender Form im Klassenverband statt.

Ab Jahrgangstufe 7 wählen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des WPU ein vierstündiges Wahlpflichtangebot. Schwerpunkte zur Berufsorientierung werden im 8.Jahrgang durch die enge Kooperation mit der Agentur für Arbeit sowie ortsansässigen Betrieben, durch die Berufsfelderprobung und das Assessment gesetzt, wobei Letzteres mit einem kooperierenden Bildungsträger (z.B. der Berufsbildungsstätte der Handwerkskammer Lübeck) umgesetzt wird. Schülerinnen und Schüler, die im Unterrichtsalltag der besonderen Unterstützung bedürfen, können ab dem 8. Schuljahr als zusätzliches Angebot die Flex-Klasse an unserer Schule besuchen.

Unterricht in den Jahrgangsstufen 9 und 10

In den Jahrgangsstufen 9 und 10 wird auf die zu erwartenden Schulabschlüsse hingearbeitet (Erster allgemeinbildender Schulabschluss, Mittlerer Schulabschluss bzw. Übergang in die gymnasiale Oberstufe).

Das Ziel ist es, alle Schülerinnen und Schülern zu einem möglichst hohen Bildungsabschluss zu führen. In der Jahrgangstufe 10 wird der Unterricht in allen Fächern ausschließlich binnendifferenzierend auf der mittleren und der gymnasialen Anspruchsebene erteilt. Besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, ein zusätzliches ressourcenabhängiges Unterrichtsangebot wahrzunehmen. 

Flexible Übergangsphase GemS PLuS

Die Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Jugendliche, bei denen erkennbar ist, dass sie voraussichtlich ohne Hilfsangebote keinen Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) erreichen werden. Die Schuljahre 8 und 9 durchlaufen die Schülerinnen und Schüler individuell in zwei oder drei Jahren. Die Lerninhalte werden so angelegt, dass sie auf drei Jahre gestreckt werden können.

Die Idee der Flexiblen Übergangsphase ist es, den Anteil der Jugendlichen, die ohne Abschluss die Schule verlassen, zu verringern und gleichzeitig den Übergang in eine Berufsausbildung zu unterstützen. Ab der Klasse 8 sollen die Schülerinnen und Schüler drei Jahre Zeit bekommen, um sich schulisch zu stabilisieren und eine sogenannte Ausbildungsreife zu erlangen Lernmüde Jugendliche sollen wieder für Unterrichtsinhalte motiviert werden, indem z.B. veränderte Unterrichtsmethoden umgesetzt werden, die die Selbständigkeit fördern.

Während die Flex Schülerinnen und Flex Schüler im 8. Schuljahr in der Regel noch in der Stammklasse verbleiben, beginnen sie ihr zweites Flex Jahr in dem veränderten Schulrahmen der GemS PLuS und werden dort mit den bereits ansässigen Schülerinnen und Schülern des 3. Flex Jahres jahrgangsübergreifend unterrichtet. Je nach Leistung und persönlicher Entwicklung können die Schülerinnen und Schüler des neunten Schulbesuchsjahres ihren Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ESA) in einem oder zwei Jahren absolvieren und anschließend gezielt in eine Ausbildung, eine weitere berufsvorbereitende Maßnahme bzw. zu einer weiterführenden Schule gehen. 

Entstehung

Die berufsvorbereitende Flexible Übergangsphase GemS PluS ist ein gemeinsames Projekt der Gemeinschaftsschule Kronshagen und der Helene-Dieckmann-Schule in Altenholz (Förderzentrum mit dem Schwerpunkt Lernen). Das Projekt wird von der Agentur für Arbeit als berufsvorbereitende Maßnahme anerkannt. 

Intention

Der Begriff „GemS PluS“ steht für Praxis, Lebensplanung und Schule. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern über ein zusätzliches Schuljahr so zu fördern, dass einerseits eine Verbesserung des möglichen Schulabschlusses und andererseits ein erfolgreicher Übergang in das Leben nach der Schule erreicht werden. Grundlage hierfür ist das Erlernen von lebenspraktischen Schlüssel-qualifikationen, wie z.B. Selbständigkeit, die Erarbeitung und Festigung schulischer Grundlagen und die Entwicklung einer realistischen beruflichen Perspektive. 

Unterricht

Bei Eintritt in die GemS PluS wird das vorhandene Schulwissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den Hauptfächern anhand eines Eingangstests festgestellt. Individualisierte Unterrichtsmethoden werden von dem beteiligten Lehrkräfteteam eingesetzt, um den verschiedenen Lernvoraussetzungen gerecht zu werden. Um die Schüler/innen nicht zu überfordern, werden lebensnahe Unterrichtsprojekte in den Fächern Biologie, Geographie, Wirtschaft/Politik, Geschichte, Technik und Verbraucherbildung fächer-übergreifend oder epochal unterrichtet. Die Fächer Englisch, Deutsch, Mathematik und Sport werden wöchentlich von Fachlehrerkräften unterrichtet.

Berufsorientierung

Ein sinnvoller Baustein der Maßnahme ist der Aufbau und der Betrieb einer Schülerfirma mit Unterstützung der Lehrkräfte. Im Rahmen z.B. einer Catering-Firma, die bei Schulveranstaltungen genutzt werden kann, bieten sich in den Bereichen Planung und Durchführung handlungsorientierte Übungsbereiche, die die Schlüsselqualifikationen schulen und für eine spätere Berufsausbildung nützlich sind. Die unterschiedlichen Aufgabenbereiche in der Schülerfirma sind geeignet, alle Lernniveaus zu integrieren. Die erfolgreiche Teilnahme der Schülerinnen und Schüler wird im Zeugnis dokumentiert.

Schulkonferenzbeschluss vom 5.Juli 2016

N. Czysewski

( Rektor )